Die Feuerwehrkapelle Wildberg-Bergerhof wurde 1898 von den Mitgliedern der gerade entstandenen Freiwilligen Feuerwehr Wildberg-Bergerhof gegründet.
Auf der Gründungsversammlung am 4. Dezember 1898 bildete sich aus den aktiven Feuerwehrleuten eine Vereinskapelle, welche sich anfänglich aus 9 Musikern zusammensetzte.
Anlass war der Wunsch, bei Umzügen und Übungen der Wehr eine Marschkapelle in Anlehnung an militärische Traditionen aufweisen zu können. Wesentliche Aufgabe der Musiker war es aber auch, bei Feiern für die nötige Unterhaltung zu sorgen.
Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 wurde die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr und der Musikkapelle für die folgenden Jahre eingestellt.
Erst 1919 wurde die Freiwillige Feuerwehr wieder aktiv. Gleichzeitig fanden sich um Paul Hammer aus Bergerhof ehemalige Musiker zusammen. Diese Kapelle wurde auf der Generalversammlung der Feuerwehr Wildberg-Bergerhof am 23. Januar 1921 wieder als Feuerwehr-Musikzug aufgestellt.
Ab 1942 kam durch den immer stärker werdenden Einfluss des Krieges die Vereinstätigkeit erneut zum Erliegen.
Nachdem die Amerikaner am 10. April 1945 in Bergerhof einmarschiert waren, war für die Zivilbevölkerung der Krieg vorbei und das Leben begann sich wieder zu normalisieren.
Schon 1946 trafen sich einige der alten Mitglieder mit ehemaligen Militärmusikern zu regelmäßigen Proben im Haus von Paul Hammer, der nach dem Krieg auch der erste Dirigent der Feuerwehrkapelle war.
Ab 1947 fanden die Proben in der Alten Schule in Bergerhof und in der Gaststätte Breiderhoff in Wildberg statt. Dabei musste man sich den Proberaum aber bis zum Bau der neuen Schule am Mühlenberg mit dem „normalen” Schulbetrieb teilen.
Im folgenden Jahr konnten die ersten großen Auftritte angenommen werden. Vom 24. bis 29. August 1948 wurde in Wildbergerhütte das von dem Fabrikanten Hans Wessel ins Leben gerufene Reit- und Fahrturnier durchgeführt. An den 6 Turniertagen kamen über 35.000 Besucher nach Wildbergerhütte. Auch die Feuerwehrkapelle war in diese Großveranstaltung eingebunden.
1949 wurde Ernst Giebeler aus Schmittseifen bei Eckenhagen der neue Dirigent. Über 25 Jahre hatte er die musikalische Leitung. In dieser Zeit hat er die Entwicklung des Musikzuges entscheidend geprägt. Man spielte die Schützenfeste Eckenhagen, Heidberg, Sinspert und Wildberg, das Dorffest in Bergerhof und das Waldfest in Langenbach. Eine feste Einrichtung war in den fünfziger Jahren auch das Weihnachtskonzert mit anschließendem Tanzabend im Saal des Hotel zur Post in Wildbergerhütte.
Die Feuerwehrkapelle war in diesen Jahren in der Lage, zwei Tanzkapellen zu besetzen. Leiter dieser Tanzkapellen war Wolfgang Helling. Beim Schützenfest in Eckenhagen spielte eine im Festzelt und die andere im Hotel zur Post.
Pfingsten 1958 spielte man auf dem Schützenfest in Wildberg. Bei einem plötzlichen Gewittersturm stürzte das Zelt zusammen. Zum Glück gab es nur Beulen an den Instrumenten und die Noten mussten aus dem Feuerlöschteich gefischt werden.
Ein Höhepunkt in der Ära Giebeler war sicherlich im November 1973 ein Konzert in der Bonner Beethovenhalle. Bei dieser Abschlussveranstaltung des Wettbewerbs “Unser Dorf soll schöner werden” erhielt unser Nachbarort Nosbach die Goldplakette.
Anfang der sechziger Jahre wurde die Musik zunehmend unabhängiger vom Löschzug. Musiker mussten nicht mehr gleichzeitig aktiven Löschdienst verrichten. Am 1. Dezember 1965 wurden die Musiker mit der Bezeichnung
Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Bergerhof
offiziell eigenständig. Mit dieser Unabhängigkeit brach ein völlig neues
Zeitalter an: Wir konnten die ersten Mädchen in den Musikzug aufnehmen!
1975 wurde Hermann Burghaus aus Olpe-Sassmicke Nachfolger von Ernst Giebeler. Bereits seit 1959 leitete er schon den Musikverein Sassmicke e.V.
Mit Hermann Burghaus machte sich der Musikzug neben musikalischer Weiterbildung auch die Nachwuchswerbung zur wichtigen Aufgabe. Verlässlichkeit und Kontaktfreudigkeit sowie die Vorliebe zur traditionellen Militär- und Opernmusik sind stets das Markenzeichen von Hermann Burghaus gewesen. Einer der musikalischen Höhepunkte unter seiner Leitung war der Auftritt im Goldsaal der Dortmunder Westfalenhalle.
Finanzielle Engpässe veranlassten die Gemeinde Reichshof 1995 dazu, die denkmalgeschützte “Alte Schule” an den Musikzug zu vermieten. Seither sind alle Betriebs- und Instandhaltungskosten vom Musikzug zu tragen. Mehr als 100.000 Euro wurden seitdem in und um das Gebäude in Eigenleistung investiert.
Im Januar 1998 übernahm Ingo Thape die musikalische Leitung des Musikzuges. Durch seine Ausbildung als Trompeter an der Musikhochschule Essen, seine Tätigkeit als Leiter der Musikschule Waldbröl und Musiklehrer an der Gesamtschule Reichshof vermochte er in der Zeit seiner bisherigen Arbeit, neue Akzente zu setzen.
Unter seiner Leitung feierten wir im August 1998 das hundertjährige
Jubiläum in einem großen Festzelt auf dem Dorfplatz in Wildbergerhütte.
Bei dem Festkonzert wurde die erste CD des Musikzuges aufgenommen.
Es wurden auch wieder Jahreskonzerte des Musikzug eingeführt. In diesem
Rahmen werden immer wieder Konzertstücke aus der Leistungsklasse
Oberstufe präsentiert.